Filmangebot und Filmwünsche
Spielfilme
Das wahre Leben
R: Alain Gsponer, Deutschland 2006
Vater Roland arbeitet täglich 14 Stunden und sieht seine Familie nicht mehr bei Tageslicht. Mutter Sybille flüchtet sich in ihre Arbeit als Galeristin, und Charles, der 19jährige Sohn, kämpft gegen die Wirren seiner Sexualität. Mittendrin sitzt der junge, von allen vergessene Linus in seinem Zimmer und bastelt Bomben, denen die Kitschskulpturen der Nachbarschaft zum Opfer fallen. Alles gerät ins Wanken, als Roland seinen Posten im Risikomanagement eines Großkonzerns verliert und fortan tatenlos zuhause sitzen muß. Perfekt getimte und gespielte (Tragi)Komödie um eine explosive Familie mit ernstem Hintergrund.
Erwartungen und Enttäuschungen
R: Ken Loach, UK 1981
Im Jahr 1980 bleibt den beiden jungen Männern Mick und Alan in ihrer Heimatstadt Sheffield eigentlich nur die Wahl zwischen Arbeitslosigkeit und Militär. Während sich Alan für letzteres entscheidet und zum Dienst nach Nordirland geschickt wird, versucht Mick weiter, einen Job zu ergattern. Etwas Licht in Micks Leben bringt die Verkäuferin Karen, mit der er eine Beziehung eingeht. Als Alan auf Heimaturlaub von der Armee schwärmt, kommt Mick ins Grübeln.
Montags in der Sonne
R: Fernando León de Aranoa, Spanien 2002
An jedem Wochenbeginn fahren Santa, Lino, Amador und all die anderen Entlassenen der in Konkurs gegangenen Werft mit der Fähre über die Bucht der nordspanischen Stadt Vigo. Am Zielort erwartet sie das Arbeitsamt, bei dem sie sich jede Woche melden müssen, um sich für Jobs zu bewerben, die unweigerlich an Jüngere vergeben werden. Wie Sirup zieht sich anschließend der Rest der Woche dahin, gezeichnet von zu viel Freizeit, wenig Geld, fehlenden Perspektiven und den persönlichen Katastrophen hinter jedem Einzelschicksal.
Auf spanischen Festivals mit zahlreichen Filmpreisen bedacht, besticht Fernando León de Aranoas Sozialdrama mit einer berührenden Story und tollen schauspielerischen Leistungen.
Dancer in the Dark
R: Lars von Trier, Dänemark, Schweden, Frankreich, 2000
Zum Tanzen im Dunkeln verurteilt ist in diesem erstaunlichen, modernen Melo-Musical des dänischen Filmemachers Lars von Trier der isländische Popstar Björk als erblindende Fabrikarbeiterin Selma: Sie schuftet Doppelschicht in einer kleinstädtischen Fabrik, um das Geld für die Operation ihres kleinen Sohnes zusammenzukratzen, dem ohne den teuren Eingriff das gleiche Schicksal wie ihr droht: zu erblinden. Vor dem bedrückenden Alltag flüchtet sie sich in Tagträume von Filmmusicals. So kann sie durch ihre dicken Brillengläser zwar kaum mehr die Stanzmaschinen erkennen, doch deren rhythmische Geräusche versetzen sie in ihre geliebte Musical-Welt. Als ihr eigentlich netter Nachbar, der bei ihr Trost und Mitgefühl fand, ihr die gesamten Ersparnisse stiehlt, sieht sie sich in ihrer Verzweiflung zum Äußersten gezwungen. Und wird für einen Mord vor Gericht gestellt.
Bread and Roses
R: Ken Loach, Großbritannien/Spanien/De. 2000
Maya erhofft sich ein besseres Leben in den USA. Nachdem sie mit Menschenschmugglern fertig geworden ist, kann sie ihre Schwester Rosa in Los Angeles in die Arme schließen. Die energische Maya bekommt einen Job in einer Bar und bei einem Putzunternehmen, wo die Arbeiter, fast alle Immigranten, hemmungslos ausgenutzt werden. Maya lässt sich das nicht einfach gefallen.
Ein spannender, emotionaler Film, in dem der britische Regieveteran Arbeitskampf und private Schicksale miteinander verknüpft.
Dark Horse
R: Dagur Káris ; Dänemark/Island 2005
Kopenhagen heute. Als echte Lebenskünstler schlagen sich Graffiti-Sprayer Daniel (Jacob Cedergren) und sein Kumpel Opa (Nicolas Bro) aus Kopenhagen mit allerhand Tricks und Gaunereien, immer aber garantiert ohne Arbeit durchs Leben. Das ändert sich, als die hübsche Bäckerin Franc (Tilly Scott Pedersen) in ihr Leben tritt und beiden den Kopf verdreht. Daniel macht das Rennen um das Herz der Angebeteten, sieht sich aber plötzlich mit Verantwortung und sogar Nachwuchs konfrontiert.
Der Isländer, der hier in dänischer Sprache drehte, fängt in seiner lakonischen, dialogarmen Komödie wunderbar das Lebensgefühl junger, tagträumender Großstädter ein. Coole Filmkunst für abgefahrene Typen.
Dokumentarfilme
ENRON – the smartestguys in the room
Regie: Alex Gibney , USA 2005
ENRON steht für den größten Finanzskandal der US-Wirtschaftsgeschichte. Schamlos haben sich die Manager persönlich bereichert und dabei Arbeitsplätze, Altersversorgung und Lebensgrundlage zehntausender Beschäftigter vernichtet. Der Film rekonstruiert die Details dieses Börsenkrimis.
Irgendwo dazwischen
Regie: Silva von Gerlach, Deutschland 2005
in der süddeutschen Provinz erleben die drei 17jährigen Maix, Dule und Heiko den Sommer. Es beginnt vielversprechend, alles scheint möglich. Doch dieser Sommer wird zur Bewährungsprobe.
Vieles scheint sich zu verändern. Die drei stecken mitten im Abschied vom Jugendlichsein und eine Stufe vor dem Erwachsenwerden. Sie fühlen sich “irgendwo dazwischen”
Des Wahnsinns letzter Schrei
Regie: Bärbel Schönafinger, Tanja von Dahlern, Deutschland 2005
Leere öffentliche Kassen auf der einen Seite, hohe Unternehmensgewinne und Renditen auf der anderen. Hartz-IV-Empfänger und Ein-Euro-Jobber hier – deregulierte Arbeitsmärkte und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft dort. Nie zuvor klaffte die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland so weit auseinander wie gegenwärtig, nie zuvor war die Ungewissheit der Menschen so groß. »Des Wahnsinns letzter Schrei« stellt die Befürworter der globalisierten Arbeitswelt mit ihren Niedriglohnsektoren den davon Betroffenen gegenüber. Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger schildern ihr Leben unterhalb der Armutsgrenze. Der Film zeigt den Wahnsinn, der hier mit System betrieben wird.
Workingman´s Death
R: Michael Glaswogger, Deutschland 2006
“Workingman`s Death” hat gerade den Deutschen Filmpreis als bester Dokumentarfilm gewonnen. Dabei beschäftigt sich Regisseur Michael Glawogger mit einem uralten Menschheitsthema: harter körperlicher Arbeit. In grandios komponierten Bildern begleitet er illegale Minenarbeiter in der Ukraine, Schwefelsammler in Indonesien oder folgt den Blutströmen eines nigerianischen Schlachthofs. Verstörend und faszinierend zugleich.
Loser and Winners
R: Ulrike Franke, Michael Loeken, Deutschland, 2007
Nach nur acht Jahren Betriebszeit wurde die 1,3 Milliarden DM teure, hypermoderne Kokerei Kaiserstuhl im Dezember 2000 stillgelegt. 400 chinesische Arbeiter zerlegen im Ruhrgebiet die Kokerei in Einzelteile und verschiffen sie in ihre Heimat: Abbruch West - Aufbau Fernost. Die letzten Dortmunder Koker müssen den Chinesen dabei helfen, ihren eigenen Arbeitsplatz abzubauen.
Culture Jamming –Medienaktionismus im 21. Jahrhundert
Regie: D. Schwertgen, D, 2007
Hans Bernhard von ubermorgen.com wurde von FBI, CIA und NSA gejagt, weil er auf seiner Website voteauction.com eine Handelsplattform für amerikanische Wählerstimmen anbot. Der grosse Medienhoax vom italienischen Künstlerpaar 01.org fand auf dem Karlplatz in Wien statt. Im Namen der Firma Nike besetzten 01.org den Platz und gaben vor, ihn in Nikeplatz umzubenennen und ein gigantisches Swoosh-Symbol darauf zu bauen. Paolo Pedercini aka Molleindustria aus Mailand programmiert Political Videogames Against The Dictatorship Of Entertainment…
Der Dokumentarfilm Culture Jamming verfolgt die subversive Kulturstrategie des 21ten Jahrhunderts von den Anfängen bei Marcel Duchamp und der Situationistischen Internationalen bis hin zum postmodernen Info-War. Culture Jamming verbreitet virale Information, gefakte Medienkampagnen oder Websites um die Massenmedien zu jammen.
Sechs Positionen zum Grundeinkommen
R: Christoph Schlee, D. 2007
In seinem Dokumentarfilm lässt Christoph Schlee, sechs verschiedene Menschen zu Wort kommen, die sich aus unterschiedlichsten Motiven mit der Idee bedingungslosen Grundeinkommens beschäftigten. Neben dem Soziologen Prof. Wolfgang Engler, dem Volkswirt Prof. Thomas Straubhaar, dem Arbeitssoziologen Dr. Sascha Liebermann und dem Professor für Sozialpolitik Michael Opielka, äußern sich auch Katja Klipping, von „Die Linke“ und der DM-Chef Götz Werner über den Sinn einer neuen Sozialpolitik.
Kurzfilme:
Wie ich ein freier Reisebegleiter wurde
Regie: Jan Peters /
Ein Filmtagebuch über einen Frührentner, der sich etwas dazu verdient, indem er sich eine Gruppen- Tages-Karte für die U-Bahn kauft und am Fahr-kartenautomaten den Reisenden anbietet, sie zum Reiseziel zu begleiten -gegen Kostenbeteiligung, etwas günstiger als der Fahrpreis.
- Preis der deutschen Filmkritik im Rahmen des European Media Art Festival Osnabrück - 28.4.2007
- Preis des Landesverbandes Filmkommunikation Meckl.-Vorpommern im Rahmen des 17. Filmkunstfestes 07
- Jurypreis der Hamburgischen Kulturstiftung beim Int. Kurzfilmfestival Hamburg 07
- Jurypreis und Publikumspreis des 17. Internationalen Videofestival Bochum - 16. 6. 2007
- Publikumspreis (3. Platz) beim Exground Filmfest Wiesbaden - 25.11.07
Peters Prinzip
Regie: Jim Lacy/Kathrin Albers /
Du musst nicht schneller als ein Krokodil schwimmen können, um einen Angriff zu überleben. Du musst nur schneller schwimmen können als dein Kollege neben dir.
- Skoda-Kurzfilmpreis /Internationales Kurzfilmfestival Berlin (11.November 2007)
- Wirtschaftsfilmpreis 2007 22.November 2007
Outsourcing
Regie: Markus Dietrich/Hanna Reifgerst /
Das kleinste Unternehmen ist die Familie. Was wäre, wenn man diese nur unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet? Wenn die Familie plötzlich Mitglieder entlässt, um effektiver zu wirtschaften?
- Kurzfilmpreis der Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung /April 07
- dkf-Regieförderpreis 2007
- Camera del Lavoro Award des Internationalen Filmfestival Milano - 23.September 2007
Mai 24, 2008 um 12:40 Uhr nachmittags
outsorcing is so geil!!!!